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Stubben nach Bremen – vom perfekten Asphalt bis zum Bremer Pflaster

Der Sonnabend beginnt früh. Um 5:40 Uhr geht es mit der Bahn vom Bremer Hauptbahnhof hinaus nach Stubben. Das Fahrrad kommt mit in den Zug, Bremen bleibt zurück und eine halbe Stunde später beginnt wieder eine dieser Touren, die ich inzwischen besonders gerne fahre: mit der Bahn hinaus ins Umland und anschließend mit dem Fahrrad zurück nach Hause.

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Regionalbahn nach Bremerhaven

Gegen 6:10 Uhr stehe ich am Bahnhof Stubben. Das Fahrrad ist schnell startklar, die Straßen sind noch ruhig – und los geht es in den Tag.

Morgens um sechs in Stubben

Ein Start um diese Uhrzeit hat seinen ganz eigenen Reiz. Während der Sonnabend für die meisten Menschen gerade erst beginnt, sind die Straßen fast leer. Die Luft ist noch angenehm frisch und auf den ersten Kilometern begegnen mir nur wenige Menschen.

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Bahnhof Stubben

Von Stubben führt die Strecke durch die ländliche Landschaft nördlich von Bremen. Felder und Wiesen, kleine Orte und immer wieder Waldstücke bestimmen das Bild.

Dabei fällt von Anfang an etwas ausgesprochen positiv auf: Die Qualität der Strecke ist hervorragend.

Auf den Kreisstraßen gibt es vielfach gute Radwege, der Asphalt ist ausgezeichnet und über längere Abschnitte kann man einfach gleichmäßig rollen. Gerade auf solchen Strecken merkt man, wie angenehm Radfahren sein kann, wenn nicht ständig Schlaglöcher, Wurzelschäden oder schlechte Übergänge die Aufmerksamkeit fordern.

Richtung Ritterhude

Je weiter die Fahrt nach Süden führt, desto näher kommt langsam wieder der Bremer Ballungsraum.

Bis Ritterhude bleibt die Qualität der Wege ausgesprochen gut. Die Ortsdurchfahrt selbst ist dagegen weniger angenehm. Hier verändert sich nicht nur das Umfeld, sondern auch die Qualität der Oberfläche. Nach den sehr guten Kilometern zuvor fällt das besonders deutlich auf.

Das gehört allerdings auch zu solchen Touren: Nicht jeder Abschnitt ist perfekt. Und nach Ritterhude ist ohnehin zu spüren, dass die ländliche Fahrt langsam in eine Tour durch den Stadtrand übergeht.

Durch Gröpelingen auf Nebenstraßen

In Bremen angekommen, führt die Route nicht über die großen Hauptverkehrsachsen, sondern durch Nebenstraßen in Gröpelingen.

Damit verändert sich der Charakter der Fahrt vollständig. Die langen, ruhigen Abschnitte des Vormittags sind vorbei. Kreuzungen, Einmündungen und Ampeln bestimmen nun zunehmend das Tempo.

Das erklärt auch, warum die letzten Kilometer einer solchen Tour auf dem Tacho deutlich langsamer aussehen als die Fahrt über Land. Es ist kein Abschnitt zum Kilometersammeln, sondern Stadtverkehr.

Dafür gibt es etwas anderes zu entdecken.

Einkaufen auf dem Wochenmarkt am Pastorenweg

In Gröpelingen wartet ein bewusst eingeplanter Zwischenstopp: der Wochenmarkt am Pastorenweg.

Das Fahrrad wird abgestellt und für einige Minuten geht es nicht mehr ums Radfahren. Stattdessen ist Zeit für einen Einkauf auf dem Markt.

Ich mag solche Ziele bei meinen Touren. Eine Fahrradtour muss schließlich nicht immer an einem Aussichtsturm, Schloss oder einer anderen klassischen Sehenswürdigkeit enden. Ein Wochenmarkt mitten in einem Stadtteil kann genauso interessant sein – und der Einkauf kommt anschließend einfach mit aufs Fahrrad.

Ein Blick auf den neuen Steffensweg

Von Gröpelingen geht es anschließend weiter nach Walle. Dort wollte ich mir noch die Neugestaltung des Steffenswegs ansehen.

Über den Umbau wurde bereits viel diskutiert – und nachdem ich mir das Ergebnis auf dem Fahrrad angesehen habe, kann ich einen Teil der Kritik durchaus nachvollziehen.

Vor allem die Nebenanlagen überzeugen nicht.

Hier setzt Bremen einmal mehr auf die traditionellen roten Pflastersteine. Das sieht unmittelbar nach der Fertigstellung ordentlich aus. Die Erfahrung an vielen anderen Stellen der Stadt zeigt allerdings, wo das Problem liegt: Nach einigen Jahren beginnen sich einzelne Steine zu setzen. Erste Unebenheiten entstehen, später folgen abgesackte Bereiche und irgendwann fährt man wieder über eine Oberfläche, die deutlich schlechter ist als am Tag ihrer Fertigstellung.

Gerade bei einer Straße, in deren Umbau viele Millionen Euro investiert wurden, hätte ich mir eine dauerhaft bessere Lösung gewünscht.

Für mich bleibt deshalb auf solchen Straßen die pragmatische Alternative: Immer die Fahrbahn benutzen. Dort ist die Oberfläche in aller Regel gleichmäßiger und langfristig haltbarer.

Schade – denn wenn eine Straße ohnehin vollständig neu gestaltet wird, wäre dies die Gelegenheit gewesen, auch bei den Nebenanlagen einen nachhaltigen Qualitätssprung zu machen. Hier wurde aus meiner Sicht viel Geld ausgegeben, ohne dieses Potenzial konsequent zu nutzen.

Von der Geest mitten in die Stadt

Am Ende stehen 57 Kilometer zwischen Stubben und Bremen.

Aber die Zahl erzählt nur einen kleinen Teil der Geschichte.

Die Tour beginnt morgens um 6:10 Uhr auf fast leeren Straßen in Stubben. Es folgen viele Kilometer über hervorragenden Asphalt und gute Radwege entlang der Kreisstraßen. In Ritterhude wird die Oberfläche erstmals weniger angenehm, anschließend kündigt sich immer deutlicher die Großstadt an.

In Gröpelingen führen Nebenstraßen zum Wochenmarkt am Pastorenweg. Und zum Abschluss gibt es in Walle mit dem neugestalteten Steffensweg noch einen ganz anderen Blick auf das Thema Radfahren: nicht Landschaft und Weite, sondern die Frage, wie wir eigentlich unsere Straßen und Radverkehrsanlagen bauen.

Genau diese Kontraste machen solche Touren interessant.

Mit der Bahn hinaus, mit dem Fahrrad zurück

Und wieder funktioniert das inzwischen bewährte Prinzip hervorragend:

Mit der Bahn hinaus – mit dem Fahrrad nach Hause.

Um 5:40 Uhr beginnt die Reise am Bremer Hauptbahnhof, um 6:10 Uhr die eigentliche Radtour in Stubben.

Dazwischen liegen ruhige Landschaften, ausgezeichnete Radwege, die Ortsdurchfahrt von Ritterhude, Nebenstraßen in Gröpelingen, ein Einkauf auf dem Wochenmarkt und schließlich ein durchaus kritischer Blick auf den neuen Steffensweg.

Keine spektakuläre Fernreise.

Aber ein ausgesprochen schöner Sonnabendvormittag auf dem Fahrrad.

Tourdaten

  • Strecke: Stubben – Bremen
  • Distanz: 57,15 km
  • Bahnanreise: Bremen Hbf, Abfahrt 5:40 Uhr
  • Radstart: ca. 6:10 Uhr in Stubben
  • Höhenmeter: 214 m
  • Fahrzeit: 3:08:50 Stunden in Bewegung

Unterwegs

  • Ruhiger Start am frühen Sonnabendmorgen
  • Sehr guter Asphalt und gute Radwege entlang der Kreisstraßen
  • Ortsdurchfahrt Ritterhude mit schwächerer Streckenoberfläche
  • Nebenstraßen durch Gröpelingen
  • Wochenmarkt am Pastorenweg
  • Neugestalteter Steffensweg in Walle

Gefahrene Strecke

Gesamtstrecke: 57.73 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 17.85 km/h
Gesamtzeit: 03:43:47
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Von Barnstorf nach Bremen – Sonnenaufgang, Megalithkultur und ein Wochenmarkt zum Abschluss

Manchmal beginnt eine Radtour nicht mit dem ersten Tritt in die Pedale, sondern schon auf dem Bahnsteig.

Es ist 4:14 Uhr am Bremer Hauptbahnhof. Um diese Uhrzeit herrscht eine besondere Ruhe. Nur wenige Fahrgäste warten auf den Regionalzug Richtung Barnstorf, während das Fahrrad bereits seinen Platz gefunden hat. Draußen liegt Bremen noch im Dunkeln. Die Straßenlaternen spiegeln sich in den Fenstern des Zuges und nur vereinzelt sind Menschen unterwegs.

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Bremen Hauptbahnhof

Kurz vor fünf Uhr erreiche ich Barnstorf. Auch hier ist es noch still. Die Straßen sind nahezu menschenleer und die Landschaft liegt noch im Dunkeln. Nach einem kurzen Blick auf den Tacho rolle ich los. Der Tag beginnt gerade erst.

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Barnstorf (Hannover)

Der Tag erwacht

Die ersten Kilometer führen durch eine Landschaft, die langsam zum Leben erwacht. Noch ist die Sonne nicht aufgegangen. Erst nach und nach erscheint am östlichen Horizont ein heller Streifen. Felder und Baumreihen zeichnen sich immer deutlicher ab, über den Wiesen liegen feine Nebelschwaden.

Wenige Minuten später hebt sich die Sonne langsam über den Horizont. Das warme Licht taucht die Landschaft in goldene Farben und der Nebel beginnt sich langsam aufzulösen. Genau für solche Momente lohnt sich das frühe Aufstehen. Während viele noch schlafen, erlebt man auf dem Fahrrad den Übergang von der Nacht in einen neuen Sommertag.

Eine Strecke zum Genießen

Von Barnstorf führt die Route zurück nach Bremen. Statt einer Rundtour wartet wieder eine kleine Reise auf mich. Genau dieses Konzept gefällt mir inzwischen besonders gut: Mit der Bahn zum Startpunkt und anschließend mit dem Fahrrad nach Hause.

Die Strecke überrascht durch ihre hervorragende Qualität. Bis auf einen etwa 500 Meter langen Abschnitt mit gut befestigtem Kies verläuft die gesamte Tour auf ausgezeichnetem Asphalt. Für Rennräder und sportliche Tourenräder ist sie deshalb nahezu ideal.

Schon nach den ersten Kilometern zeigt sich der Charakter des Diepholzer Landes. Weite Felder, kleine Ortschaften und ruhige Nebenstraßen bestimmen das Bild. Verkehr gibt es kaum, stattdessen hört man den Wind, das Zwitschern der Vögel und das gleichmäßige Surren der Reifen auf dem Asphalt.

Die lange Gerade zwischen Aldorf und Colnrade

Ein Abschnitt ist mir besonders in Erinnerung geblieben: die lange Gerade zwischen Aldorf und Colnrade.

Kilometerweit zieht sich die Straße schnurgerade durch die offene Landschaft. Links und rechts reichen die Felder bis zum Horizont, nur einzelne Baumreihen und Höfe unterbrechen den Blick. Gerade jetzt, nachdem die Sonne aufgegangen ist und sich die letzten Nebelschwaden langsam auflösen, entsteht hier eine beeindruckende Weite.

Es gibt kaum Kreuzungen und kaum Verkehr. Man findet schnell seinen eigenen Rhythmus und kann einfach rollen lassen. Nicht spektakuläre Anstiege machen hier den Reiz aus, sondern die Ruhe, die Weite und das Gefühl, ganz allein durch die norddeutsche Landschaft zu fahren.

Ein beeindruckender Ort: Die Reckumer Steine

Ein besonderer Höhepunkt der Tour war die Pause an den Reckumer Steinen.

Die Anlage gehört zur Straße der Megalithkultur und zählt zu den eindrucksvollsten Großsteingräbern Niedersachsens. Vor mehr als 5.000 Jahren errichteten Menschen hier aus gewaltigen Findlingen eine monumentale Grabanlage. Noch heute beeindrucken die mächtigen Steine durch ihre Größe und ihre besondere Ausstrahlung.

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Rekumer Steine

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Rekumer Steine

Zwischen den alten Bäumen herrscht eine fast meditative Ruhe. Es ist einer dieser Orte, an denen man das Fahrrad ganz selbstverständlich abstellt und einige Minuten verweilt. Wer diese Strecke fährt, sollte sich diesen kurzen Abstecher unbedingt gönnen.

Ruhige Wege Richtung Bremen

Nach der Pause führt die Strecke weiter durch kleine Dörfer und über ruhige Landstraßen. Immer wieder wechseln sich Felder, Wiesen und einzelne Höfe ab. Der ausgezeichnete Fahrbahnbelag sorgt dafür, dass sich die Kilometer fast wie von selbst sammeln.

Gerade diese Mischung macht den besonderen Reiz der Route aus. Sie verbindet Natur, Geschichte und entspanntes Radfahren auf eine Weise, wie man sie im norddeutschen Flachland immer wieder erleben kann.

Ein Abstecher nach Huchting

Bevor es schließlich nach Hause ging, führte mich die Tour zunächst nach Bremen-Huchting. Dort besuchte ich den Wochenmarkt und deckte mich mit frischem Obst und Gemüse ein. Nach mehreren Stunden auf dem Rad war das ein angenehmer und entspannter Abschluss der Tour.

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Wochenmarkt in Huchting

Nur wenige Minuten entfernt schaute ich mir anschließend noch den Baufortschritt der Verlängerung der Straßenbahnlinie 8 an. Seit Jahren entsteht hier eine wichtige Verbindung zwischen Bremen und Niedersachsen. Es ist spannend zu beobachten, wie dieses Infrastrukturprojekt Stück für Stück wächst und die Region künftig noch besser miteinander verbinden wird.

Eine Tour voller Eindrücke

Diese Tour war weit mehr als nur eine Fahrt von Barnstorf nach Bremen.

Sie begann mitten in der Nacht auf dem Bremer Hauptbahnhof, führte durch die ersten Kilometer der Morgendämmerung und hinein in einen wunderschönen Sonnenaufgang. Sie führte vorbei an weiten Feldern, über nahezu perfekte Straßen, durch kleine Dörfer und zu einem mehr als 5.000 Jahre alten Zeugnis der Menschheitsgeschichte.

Besonders beeindruckt haben mich die Reckumer Steine, aber ebenso die fast endlose Gerade zwischen Aldorf und Colnrade. Zusammen mit den hervorragend ausgebauten Wegen machen sie diese Strecke zu einer Tour, die ich jederzeit wieder fahren würde.

Genau deshalb gefallen mir diese Bahn-Radtouren immer besser. Sie sind keine Rundtouren, sondern kleine Reisen. Man startet im Dunkeln an einem Bahnhof, erlebt den Sonnenaufgang auf dem Fahrrad und entdeckt unterwegs Landschaften, historische Orte und Geschichten, die man mit dem Auto oft einfach links liegen lassen würde. Für mich ist genau das der Reiz des Radreisens.


Tourdaten

  • Strecke: Barnstorf – Bremen
  • Distanz: ca. 67 km
  • Start: Regionalzug Bremen Hbf, Abfahrt 04:14 Uhr
  • Radstart: ca. 05:00 Uhr in Barnstorf
  • Untergrund: nahezu vollständig Asphalt, ca. 500 m gut fahrbarer Kies

Highlights

  • Früher Start mit dem Regionalzug
  • Sonnenaufgang und Nebelschwaden auf den ersten Kilometern
  • Lange Gerade zwischen Aldorf und Colnrade
  • Reckumer Steine an der Straße der Megalithkultur
  • Hervorragende Straßen durch das Diepholzer Land
  • Baustelle der Straßenbahnverlängerung Linie 8
  • Wochenmarkt Bremen-Huchting

Gefahrene Strecke

Gesamtstrecke: 65.89 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 17.25 km/h
Gesamtzeit: 05:14:34
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Mit dem Metronom ins Morgenlicht – von Lauenbrück nach Bremen

Es ist 4:57 Uhr am Bremer Hauptbahnhof, als der Metronom langsam den Bahnsteig verlässt. Während die meisten Menschen noch schlafen, beginnt für mich der erste Teil der Tour. Durch das Zugfenster ziehen die Felder im ersten Morgenlicht vorbei, über den Wiesen liegt noch leichter Nebel und die Temperaturen sind angenehm kühl. Bessere Bedingungen für eine Sommertour kann man sich kaum wünschen.

Schon die Bahnfahrt weckt Erinnerungen. Als Kind war die Strecke zwischen Hamburg und Bremen für mich etwas ganz Besonderes. Der Abschnitt zwischen Sprötze und Lauenbrück gehörte Ende der 1970er-Jahre zu den ersten Strecken der Deutschen Bundesbahn, die für eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h ausgebaut wurden. Ich erinnere mich noch gut an eine Fahrt, bei der sich plötzlich der Lokführer über die Lautsprecher meldete:

„Hier spricht Ihr Lokführer. Wir haben jetzt unsere Reisegeschwindigkeit von 200 km/h erreicht.“

Damals klang das unglaublich schnell. Heute steige ich in Lauenbrück aus – und setze die Reise mit knapp 19 km/h auf dem Fahrrad fort. Ehrlich gesagt gefällt mir dieses Tempo inzwischen fast besser. Man sieht mehr, hört mehr und erlebt die Landschaft viel intensiver.

Wer sich für die Geschichte der Strecke interessiert, findet im Wikipedia-Artikel zur Bahnstrecke Wanne-Eickel–Hamburg einen spannenden Überblick über den Ausbau zur Schnellfahrstrecke.

Nach wenigen Minuten im Sattel zeigt sich, warum ich solche Bahntouren so mag. Der Alltag bleibt am Bahnhof zurück und vor mir liegen über 60 Kilometer durch eine ruhige norddeutsche Landschaft.

Die Strecke ist hervorragend zu fahren. Bis auf einen kurzen Abschnitt über einen gut befestigten Wirtschaftsweg durch den Wald rollt das Fahrrad durchgehend über Asphalt. Schon nach wenigen Kilometern findet sich ein gleichmäßiger Rhythmus, der die gesamte Tour prägen sollte.

Über Nartum führt der Weg durch die offene Geestlandschaft. Kleine Straßen, Felder und einzelne Baumreihen wechseln sich ab. Der frühe Morgen sorgt dafür, dass kaum Verkehr unterwegs ist und die Ruhe fast greifbar wird.

Weiter geht es Richtung Ottersberg und schließlich nach Fischerhude. Das Künstlerdorf gehört für mich zu den schönsten Orten im Bremer Umland. Alte Fachwerkhäuser, große Eichen und die Nähe zur Wümme verleihen dem Ort eine besondere Atmosphäre. Auch wenn um diese Uhrzeit noch vieles verschlafen wirkt, lohnt sich die Durchfahrt jedes Mal.

Hinter Fischerhude beginnt einer meiner Lieblingsabschnitte der Tour. Über den Deich führt der Weg in Richtung Borgfeld. Rechts und links öffnen sich weite Wiesen, Gräben und Wasserläufe. Kaum zu glauben, dass das Zentrum Bremens nur noch wenige Kilometer entfernt ist. Gerade dieser Abschnitt vermittelt noch einmal das Gefühl, weit draußen auf dem Land unterwegs zu sein.

Doch irgendwann endet jede Ausfahrt. Hinter Borgfeld übernimmt langsam wieder der Stadtverkehr das Kommando. Ampeln, Kreuzungen und dichter werdender Radverkehr verlangen noch einmal volle Aufmerksamkeit. Nach gut drei Stunden im Sattel machen sich die ersten schweren Beine bemerkbar, doch genau diese letzten Kilometer gehören zu einer längeren Tour einfach dazu.

Am Ende stehen 66,65 Kilometer auf dem Tacho. Die Fahrt war keine Jagd nach einer Bestzeit, sondern eine klassische Ausdauertour mit gleichmäßigem Tempo und viel Zeit, die Landschaft zu genießen.

Gerade die Kombination aus früher Bahnanreise, ruhigen Straßen, den Orten Nartum und Fischerhude sowie dem wunderschönen Deichabschnitt vor Borgfeld macht diese Strecke für mich zu einer echten Empfehlung. Wer die Möglichkeit hat, Start und Ziel mit der Bahn zu verbinden, entdeckt Norddeutschland aus einer ganz neuen Perspektive.

Lauenbrück - Bremen

Lauenbrück – Bremen

Und vielleicht ist genau das der größte Unterschied zu meiner Erinnerung aus der Kindheit: Damals faszinierte mich die Geschwindigkeit von 200 km/h. Heute genieße ich dieselbe Strecke mit weniger als einem Zehntel dieses Tempos – und nehme dabei unendlich viel mehr wahr.

Gesamtstrecke: 66.64 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 19.64 km/h
Gesamtzeit: 04:13:13
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